Vertrauen – eines der höchsten Güter
Letzten Samstag und Sonntag habe ich am Engadiner Radmarathon in Zernez zusammen mit dem Medizinischen Berufs-und Profi-Masseur Arthur Schlatter über Stunden ‚durchmassiert‘ mit einer halben Stunde Pause.
Seit mehreren Jahren darf ich ihn an verschiedensten Sportanlässen im Engadin begleiten und von seinem gesamten Equipment Gebrauch machen. Er stellt mir alles grosszügig zur Verfügung. Ein grosses Geschenk. Ich bringe nur meine Hände, meine Präsenz und mein Herzblut mit.
Wir arbeiten als Voluntari und sind somit Teil und Mosaikstein des jeweiligen Sportevents. Oft, so auch gestern, werde ich von den Athleten gefragt, ob es nicht körperlich streng oder anstrengend sei, über Stunden ohne Pause zu massieren.
Nein, meine Antwort, so ist es nicht für mich. Zum einen sind die Ausdauerathleten zwar muskulös, jedoch mit meist einem sehr feinen Körperbau, zum anderen arbeite ich mit Rhythmus, meinem Körper und einer tiefen Präsenz. Es wird zu einer Art von Meditation in der Faszination für die Einzigartigkeit des Wunderwerks Mensch, Respekt und Dankbarkeit.
Jeder Körper ist, agiert, reagiert anders. Die einen entspannen schnell, andere brauchen langsam hingeführt zu werden.
Tiefste Dankbarkeit für das Vertrauen, welches mir entgegengebracht wird, schwingt stets mit. Vertrauen ist eines der grössten Geschenke und beinhaltet Hingabe, vielleicht sogar Abgabe der Kontrolle. Für mich sind es Highlight-Tage, diese Sportevents.
Die Wertschätzung und das Vertrauen der Athlet:innen in unser Handwerk sind unbezahlbar.